Montag, 4. August 2014

Die Sache mit der Teetasse / The thing about the cup of tea

Freunde des Lichtschutzfaktors,

neulich schickte mir eine Kollegin ein Photo. Sie auf einem Pferd. Sie wußte bis dahin nicht, dass ich Pferde grundsätzlich blöd finde. Sie sind mir zu groß, zu unberechenbar und zu schnell. Ich erinnerte mich an meine Kindheit. Damals meinte ich, unbedingt reiten zu müssen. Beendete diesen Ausflug ins Reich der Tiere recht zügig. Ich kam schlecht aufs Pferd und dieser Galopp war mir eindeutig zu schnell. Einmal wagte ich mich noch auf ein Pony. Outdoor ohne Sattel. Ging schief... ich lag ruckzuck im staubigen Dreck und Pony wackelte weiter. Ohne mich. Ich folgte frustriert und erniedrigt den Ponyspuren im Sand. Meinte noch ein fieses Grinsen um die Nüstern gesehen zu haben.

Seit diesem Zeitpunkt läuft da nix mehr mit mir und den Pferden. Besser ist es.





Eine Ausnahme würde ich allerdings machen. In New York gibt es eine Sightseeing-Tour durch Manhattan, die THE RIDE heißt. Man sitzt in einem großen Bus, die Sitzreihen sind wie auf einer Tribüne angeordnet und ein Reiseführer macht Partystimmung. An manchen Stellen bleibt der Bus stehen, und vor den Busfenstern beginnt eine kleine Show. Herrlich. Da will ich mit. Unbedingt. Einen Cowboyhut hab ich ja noch... siehe HIER



Jii-haaaa!!! Auf alle Fälle ist hier kein Stall auszumisten. Wort!

See you, Claire


Friends of the SPF, 

Recently my colleague sent me a picture. Her on a horse. She was unaware until then that I essentially believe horses are not my cup of tea. They are too big, too unpredictable and too fast. I thought back to my childhood. Back then I was determined to ride horses but concluded that excursion into the animal kingdom promptly. I had a hard time getting onto the horse and that gallop thing was definitely too fast for me. One time I did dare to mount a pony. Outside and bareback. Went wrong...in a flash I was lying in the dusty dirt and the pony trotted on. Without me. Frustrated and humiliated I followed the pony hoof prints in the sand. I thought I saw an evil grin around its nostrils.

Since that point in time, I quit any relationships with horses. It's better that way.

However I would make one exception. In New York there is a sightseeing tour through Manhattan, called The Ride. Your ride on a big bus, seats are arranged like stadium seating and the tour guide is ready to start the party. The bus stops at certain locations and a little show begins in front of the bus windows. Marvelous! I want to go. Absolutely. I actually still have a cowboy hat...as you can see!

Yee Haaaa!!!! In any case there won't be any barns to clean with that. Promise!

See you, Claire

Translation by Katharina Talley, Texas... thank you very much 


Sonntag, 27. Juli 2014

Die Sache mit der Neugierde

Freunde der zugigen Ecken,

ich bin zur Zeit noch auf Neugierbefriedigungsreise. Es hat mich ein Thema gepackt und ich buddel hier und buddel da. Natürlich alles für die gute Sache. Nämlich meinen Blog.

Es ist ja bei mir so... die Themen für meinen Blog suche ich nicht. Sie kommen von allein. Sie fallen mir vor die Füße. Manchmal langsam wie eine Feder im lauen Wind, manchmal aufdringlich wie ein fallender Backstein aus dem 10. Stock eines Hochhauses. 

Ich merke es genau, wenn etwas ein Posting wert ist. Und ich weiß genau, wenn ich soweit bin, ein Posting darüber zu schreiben. Wie nennt man sowas? Das Flüstern der Kreativität, Schreibantrieb? Oder einfach: Bauchgefühl. Davon hab ich viel. Also von beidem. *überdenbauchreib*

Genau wie neulich mit den Pferden, die ich angefordert habe und mit dem gekauten Kaugummi auf dem Sitz in der Stuhlreihe vor mir. Damit geht was. Das weiß ich. Gut, könnt ihr jetzt nix mit anfangen. Aber ich lass Euch teilhaben. Demnächst.

Ich bin jetzt gerade im Stadium: "Ich merke genau, wenn es ein Posting wert ist"... hier schon mal ein kleiner Hinweis...







See you, Claire

Sonntag, 13. Juli 2014

Die Sache mit der Beweislast

Freunde der gefütterten Übergangsjacke,

manchmal frage ich mich, warum Menschen Dinge tun, die sie tun. Ich bekomme oft keine Antwort. Das nervt mich dann. Wie im Frühjahr bei mir in meinem Quartier. An Laternen, Stromkästen und Zäunen klebten Photos. Soweit ich mich erinnern kann, alles Orginialphotos aus den 1970er. Auf einigen Fotos war eine Frau abgebildet... schon im Frühjahr fragte ich mich, was es damit auf sich hatte. Leider fand ich keine Antwort. *grmmpf*

Meine Freundin und ich phantasierten drauf los und kamen zu dem Schluss, dass es sich nur um eine tragische Liebe handeln konnte ... nein, handeln musste. Sie hatte ihn verlassen. Er zog alle Register, um sie zurück zu gewinnen. Tat sich damit aber keinen Gefallen. Sie kam erst recht nicht zurück. Strike.

Ich vergaß alsbald die Geschichte, ich vergaß die Photos. Lebte mein Leben, auch ohne das endgültige Wissen, was da eigentlich los war. Nicht schön, aber shit happens.

Nun vor ein paar Tagen diese Überraschung ...  ein letzter Love-Fund auf meiner "Marathon-Vorbereitungsrunde"... ja ja... is so... *hüstel*







Was sagt man dazu... ein Hochzeitsbild... mit Mund-zu-Mund-Beatmung. Was will ich mehr?! Leider weiß ich immer noch nicht, wieso, weshalb, warum... oh verdammt, vielleicht ist es ja auch Kunst... keine Ahnung. Aber egal. Hier war und ist Liebe im Spiel. Mehr muss ich nicht wissen. 

Dieses Foto veranlasste mich nochmal über meine eventuell anstehende Heirat in New York mit Mister Imagination* zu recherchieren... also, wenn ich in den USA einen Amerikaner von jetzt auf gleich, ohne großen Anlauf heiraten würde, würde ich nach einer bestimmten Zeit von der Einwanderungsbehörde ins nächste Flugzeug gesetzt werden. Richtung Heimat. Ohne Winken. For sure!

Die Beweise für eine "echte" Ehe würden nicht ausreichen. Hier ein kleine Sammlung von Beweisen, die man besser haben sollte:


  • gemeinsames Bankkonto, gemeinsame Kreditkarten, Mietvertrag mit beiden Namen, Rechnungen mit beiden Namen (Strom, Wasser, Telefon), Autoversicherung mit beiden Namen, Krankenversicherung mit beiden Namen, Mobiltelefonvertrag mit beiden Namen
  • Hochzeitseinladungen und –fotos, Briefe/Karten (die an beide Namen an die gleiche Adresse geschickt wurden), Lebensversicherung, gemeinsame Fotos, Briefe, Karten oder E-Mails von Anfang der Beziehung bis heute, Flugtickets von gegenseitigen Besuchen, Hotelrechnungen oder Reiseunterlagen (die belegen, dass man gemeinsam verreist ist), Briefe von Verwandten/Freunden  (die beide Ehepartner kennen und belegen, dass die Ehe echt ist), Telefonrechnungen (die zeigen, dass man miteinander telefoniert hat)
Aber nun gut. Nicht desto trotz lass ich mir das nicht vermiesen. Und schon gar nicht von der amerikanischen Einwanderungsbehörde. Soweit kommt das noch. 

Aber Moooment... welcher Beweis wäre untrüglicher als dieser BLOG! 

Gehe jetzt schon mal Hochzeitseinladungen schreiben... wer eingeladen werden möchte, schreibt es bitte in die Kommentare!

See you, Claire


Sonntag, 22. Juni 2014

Die Sache mit der Pinselführung

Freunde des weißen Blattes,

am Wochenende habe ich so richtig geklotzt. Also nicht arbeitsmäßig. In der Beziehung fallen auf den Peng mit Feierabend bei mir die Schotten. Also geklotzt habe ich in Sachen Kultur. Kunst, um genau zu sein. 

Ich war auf einer Kunstausstellungseröffnung. Langes Wort, viele Buchstaben. Könnte man mit eine Runde "Galgenmännchen" gewinnen. 

Gut. Ich war da. Dachte es gäbe Sekt und Schnittchen. Umsonst. Mhhh. Nix da. Zu essen schon mal nix und Getränke nur gegen "Spende". So durstig war ich dann doch nicht. 

Die Bilder und Werke waren eigentlich alle schön. Irgendwie. Ja, doch. Oder was sagt man, wenn man ein Bild oder eine getöpferte Teekanne gut findet? Geht man zum Künstler und sagt: Hey, Sie, Herr Künstler. Kommen Sie mal zu mir. Ja, Sie da...Ihr Bild macht mich irgendwie an. Es spricht zwar nicht zu mir und ich weiß nicht was Sie mit dem Bild ausdrücken wollen... aber die Farben und die Pinselführung... echt top." Es folgt joviales Schluterklopfen.

Kann man das machen? Kann man so ein Werk würdigen?

Meine Freundin flüsterte mir auf der Ausstellung sehr leise zu: "Ich kann nicht mal ein Schwein malen." Ich raunte ihr unauffällig zu: "Macht nüscht, ich auch nicht. Aber dafür können wir doofe Fragen stellen." Haben wir dann auch im Dialog mit dem Bild, ach nee mit dem Künstler getan. Wir fanden uns total investigativ. Haben den Künstler irgendwie in Verlegenheit gebracht, als er uns nicht erklären konnte, was er mit der Namensgebung seines Bildes meinte. Aber mir auch eigentlich vollkommen egal. Das Bild ist toll.


Teilansicht aus dem Werk von T. Schultze / Monochrom Fraktal



Andy Warhol, Jahrgang 1928 (vermutlich), die Ikone der Popart, drückte sich ja ab den 1960er bis zu seinem Tod 1987 auch gern in New York rum. Seine Kunst mag ich. Die versteh ich. Manchmal sehr schräg und manchmal so verdammt oberflächlich, dass sie mich beeindruckt. 

In New York steht eine Popart Skulptur. Zwar nicht von Andy Warhol, aber trotzdem sehr schön:



Andy, gebürtig aus Pittsburgh, sagte einmal: Everyone needs a fantasy.

Da bin ich ganz bei ihm. Fantasie ist die Quelle meiner Inspiration. Ohne die wäre mein Tag grau und stink langweilig.

Achso, nur zur Beruhigung. Nach der Kunstausstellungseröffnung ging es in die Kneipe Fussball gucken. Yeah!!!

See you, Claire

Sonntag, 15. Juni 2014

Die Sache mit der Puste

Freunde der indischen Brotsuppe,

am Wochenende hab ich mich weitergebildet. In einem Kochkurs. Jawoll. Ich kann ja kochen. Auch über heißes Wasser zubreiten und Spiegeleier hinaus. Also ich war in einem Kochseminar über amerikanische Gerichte. Texas, Südstaaten usw. haben wir kulinarisch abgegrast und unter einer fachkompetenten Leitung nachgekocht. Unser Koch is nen Berliner. Sehr lustig. Hatte tausend Geschichten zu erzählen. Scheint rumgekommen zu sein. Brasilien wurde erwähnt. 

Also, ich war da und hab gekocht. War toll. Und lecker. Wir haben Jambalaya gekocht, nen Kuchen aus New York gebacken und TexMex Hacksteaks mit Bohnen dazu. Aber es gab kein Lagerfeuer in der Küche. Hatten kein Benzin zum Anzünden dabei und die Herde wollte auch weiterziehen. Yiiihaaa.









Nach dem Kochen durften wir alles auch auffuttern. Wunderbar. Es war so so lecker. Nach dem Seminar bin ich erstmal zum Italiener. Nen starken Kaffee getrunken. Weil mir meine Couch fehlte, auf die ich mich gern werfe, um zu verdauen. 

Als ich dann später endlich zu Hause war, überlegte ich mir, wie ich meinen Trip in die Kalorienhölle irgendwie wieder gutmachen könnte. Mir fiel spontan Sport an. Ja. Genau. Super Idee. Holte meinen Laptop raus, Kissen in den Rücken gestopft und los gings. Ich googelte mich in die Welt des New York City Marathon 2014. 

Dies Jahr findet er am 2. November statt. Wenn man überlegt, dass er 1970 mit gerade mal 127 Teilnehmern begann und nun im letzten Jahr bei über 50.000 Teilnehmer lag, kann man schon aus der Puste kommen. 

Um eine Startnummer zu bekommen, muss man einige Auflagen erfüllen oder man nimmt an einer Lotterie teil. Ich liebe Glücksspiele. Darum bin ich auch Single. Hahahoho. Okay. Weiter. Hier die Strecke:


Wenn ich jetzt anfange zu trainieren, kann ich ja locker mitlaufen. *schattenbox*... locker. *hinsetzundschwitz*

Oh, ich glaub, ich mach noch ein Seminar zum Thema "Selbstüberschätzung". Cool.

See you,
Claire

Montag, 9. Juni 2014

Die Sache mit dem Kleingeld

Freunde der geschmacksfreien Eiswürfel,

manchmal spielen meine Gedanken ja Reise nach Jerusalem, Topfschlagen oder gar Blinde Nuss, ähm, Taube Kuh, ach nee ... auch egal. Das komm ich von A nach B über X und Y. Deshalb fragt mich nicht, wie ich auf das Thema Mietpreisbindung und Mietwohnungen in New York gekommen bin. 

Ich hab ein wenig gegoogelt; also eine Wohnung in Manhattan kann ich mir abschminken. Es sei denn es klappt mit dem reich einheiraten. Aber dann müsste es schon schweinereich einheiraten sein. Eine anständige Mietwohnung unter 3.000 Dollar pro Monat zu bekommen, grenzt an ein Wunder. Selbst in Brooklyn sieht es nicht viel besser aus. Für 1 Bedroom Apartments versteht sich. 

Voraussetzung ist, dass man ein Jahresbruttoeinkommen von MINDESTENS des 40 bis 50fachen der Monatsmiete nachweisen kann. Ähm ja. Dies "mindestens" beruhigt mich jetzt auch irgendwie nicht.

Eine riesige Auswahl an Wohnungen findet man auf craigslist.org. Eine gerade im englischsprachigen Raum sehr bekannte und beliebte Anzeigenseite.

Ich hab für uns mal eine Wohnung in Manhattan gesucht. Ich hoffe, sie gefällt euch:





Dekomässig wäre ich aber bereits gut aufgestellt. Habe hier in meiner "hood" einen wunderbaren Laden gefunden, der für mein Innenarchiteken-Herz wahrer Balsam ist. Sinnigerweise heißt der Laden "WohnZimmer"... (in der Schifferstraße oder bei Facebook)








So, gucke jetzt nochmal im Trump Tower nach freien Wohnungen. Man weiß ja nie.

See you, Claire

Freitag, 30. Mai 2014

Die Sache mit den Erinnerungen

Freunde des Posiealbums,

diese Woche war in den Staaten Memorial Day. Ist jedes Jahr am letzten Montag im Mai. Gedenken an die Gefallenen seit dem Bürgerkrieg. Der Süden gegen die anderen. Alles in die Geschichtsbücher eingegangen. Es geht mir hier in meinem Beitrag auch nicht um Krieg, Friede, give peace a chance und lila Latzhosen. Will ich hier in meinem Blog nix von wissen. Damit ihr nicht auf komische Gedanken kommt. Dies gleich vorweg.

Also, wie das Leben bei mir anscheinend so spielt , war ich am Memorial Day in einem Kleinod der Begeisterung für den amerikanischen Sport. Jeder Bewohner meiner Heimatstadt kennt diesen Laden und seinen Besitzer. Wally. Geboren auf Staten Island. Ich machte ein paar Fotos, guckte mir gigantische Sportschuhe, verrückte Kappis und tolle Fotos an... 





Wer Wally kennt, weiß, dass er immer eine tolle Geschichte zu erzählen hat und vielleicht nicht Gott, aber zumindest die Welt kennt. Aber das eigentlich für mich Spannende erzählte er nach einer Weile über seinen Vater. 

Alex Kruso, U. S. Marine 1945 (nicht von der Unterschrift
irritieren lassen - sein Bruder steht nämlich auf dem Photo neben ihm)


Sein Vater, Alex Kruso, ist der älteste überlebende U. S. Marine aus dem 2. Weltkrieg, der in Europa lebt. Stolze 94 Jahre ist Pop alt. Also der Vater. Nicht Wally. Mit großem Stolz erzählte Wally über das Leben seines alten Herrn und die unglaublichen Begegnungen seines Vaters in Okinawa. Das Leben ist manchmal auch in den schwierigsten Zeiten eine Wundertüte. 



Alex Kruso und Sohn Wally









Auf dem Bild kann man erahnen, dass Mr. Kruso sen. ein drahtiger und durchtrainierter Marine war. Find ich. 

Respekt!
































Diese Geschichte brachte mich den U. S. Marines näher. Und da ich eh auf Uniformen stehe, war das Thema wie für mich gemacht. Ich googelte und las mich durch diverse Seiten und ich lernte etwas über die harte Ausbildung, Onkinawa und Devildogs. Herrje. Eine Männerwelt. Toll. Hier darf ein Kerl noch ein Kerl sein und muss nicht überlegen, ob er nun will oder nicht. Er hat zu wollen. Punkt. Hier gehts zur hammerharten 12 Wochen Grundausbildung:

---> Nur die Besten kommen durch

Habe überlegt, ob ich auch einen Drill Instructor bräuchte. Ja. Bräuchte ich. Und zwar würde ich ihn vor meinem Kühlschrank positionieren. Dann kann er mir regelmäßig von links ins Ohr schreien und mich zusammenscheißen, wenn ich etwas Leckeres aus dem Kühlschrank mopsen will. Gegen die installierten Stromschläge bin ich ja bereits immun. 

In New York kann man sich auch drillen lassen. Gegen Geld. Es gibt dort Fitnesstudios, die wie ein Bootcamp ausgestattet sind. Mein Interesse war dafür bereits erloschen, bevor ich die erste Website öffnete. Kommt eh nicht an die Marines ran. 

Dafür lieber ein Silent drill platoon:


Vielen, vielen Dank an Wally Kruso.

Semper fi, 

Claire 

P. S. wer die unglaubliche Geschichte um Andrew wissen will, fragt am besten Wally... er kann sie wunderbar erzählen.